Ausgabe 1/2021 vom 08.02.2021

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Ausgabe Nr. 1 / 2021 vom 08.02.2021
Streaming – Herausforderungen meistern und Chancen nutzen
Sehr geehrte Damen und Herren,

für viele Kulturschaffende ist die Corona-Pandemie mit starken Einschränkungen bis hin zu existenzbedrohenden Schließungen verbunden. Um dennoch sicht- und hörbar zu bleiben, haben viele Künstler:innen und Institutionen die digitalen Möglichkeiten genutzt und sind dabei in vielen Städten auch auf das Potential der Bürgermedien aufmerksam geworden. So entstanden neue Kooperationen und Projekte, die wir Ihnen hier an einigen ausgewählten Beispielen vorstellen möchten. Dabei lassen wir auch die "andere Seite" zu Wort kommen und haben einige Kooperationspartner um ihre Erfahrungsberichte gebeten.

In dieser Ausgabe:
 
BVBM-Aktuelles
Medienpolitik / Landesmedienanstalten
Projekte, Ideen und Sendeformate
Sonstiges
BVBM-Aktuelles
Blickpunkt Streaming
Durch die Corona-Krise ist bei mir eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Bürgermedien eingetreten und diese Zusammenarbeit war oft sehr produktiv. Gerade hier in Ludwigshafen gibt es einige Formate, die in der Pandemie neu entstanden sind. Ein Vorteil kann sich ergeben, dass so eine größere Verbreitung der künstlerischen Arbeit entsteht. Man muss hier aber auch die Performance ein Stück weit dem Medium anpassen. Und es fehlt vor allem die Interaktion mit dem Publikum, das nach Leben riecht und einen weiter inspiriert. Sozial und ökonomisch kann Streaming keine dauerhafte Alternative zum Bühnenbetrieb sein. Ich denke vor allem auch an meine Kolleg:innen aus der freien Szene. Anders als in Frankreich gibt es hier in Deutschland kaum staatliche Subventionen. Für viele ist die Lage daher prekär und Streaming verstärkt die Gefahr, dass einige "hinten runter" fallen.

Erwin Ditzner
Musiker, Schlagzeuger, Komponist

Einblicke ins Streaming von Erwin Ditzner
Bei bodytalk ist unser Medium der Körper, wir machen Tanz. Was wäre eine körperlose Welt oder eine Welt, in der es keine Kunst gibt? Es sind verschiedene Sachen, gute Kunst und gute Streams auf die Beine zu stellen. Bei guten Streams ist die Herausforderung, dass sie überhaupt jemand ansieht und man braucht Technik und Personal. Wir haben schon vor Corona mit Bürgermedien, dem OK Ludwigshafen, zusammengearbeitet. Eine solche Offenheit gibt es bei den meisten TV-Sendern nicht. Lasst uns auch in Zukunft wieder was gemeinsam machen!

Yoshiko Waki
Compagnie-Leiterin
bodytalk, konsequent regionales politisches Tanztheater
Durch die Nutzung von Bürgermedien eröffnet sich eine künstlerische Freiheit in der Gestaltung und man erreicht ein breiteres Publikum als nur durch die eigenen Kanäle. Mit dem MOK Kassel habe ich mittlerweile eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart und möchte diese nach der Coronakrise fortsetzen. Leider ist Streaming eine One-Way-Kommunikation und so muss man sich selber stark motivieren. Es fehlt die Interaktion mit dem Publikum. Es fehlt das Lächeln, die interessierten Gesichter und natürlich der Applaus.

Dr. Lothar Jahn
Liedermacher, Kulturmanager, Musikspezialist
Streaming nimmt in der aktuellen Situation einen größeren Stellenwert ein. Für Künstler:innen ist es eine tolle Möglichkeit, Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen und neues Publikum zu erschließen. Besondere Vorteile ergeben sich, wenn Streaming mit einer Social Media Strategie zusammengedacht wird. Auf diese Weise ist es ein wichtiger Teil des Marketings und der Profilierung. Gleichzeitig stellt sich immer die Frage nach einer möglichen Wertschätzung und Vergütung für gestreamte Events. Ein Ticketverkauf sollte hier für die Zukunft Standard werden können. Die Zusammenarbeit mit Bürgermedien haben wir zuletzt durch Übertragungen unseres Work in Progress Clubs, unserer Konferenz Zukunft Pop und unseres Online-Infotags für Studieninteressierte intensiviert. Über die Ausstrahlung im Fernsehen konnten wir unsere Veranstaltungen einem breiten Publikum zugänglich machen. Da Streaming auch nach Corona eine wichtige Rolle spielen wird, können wir uns eine wiederkehrende Zusammenarbeit vorstellen.

Udo Dahmen
Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer
Popakademie Baden-Württemberg GmbH
Viele Dystopien, aber auch Utopien haben gezeigt, wie eine digitale oder virtuelle Zukunft aussehen kann. 2020 wird rückblickend ein Übergangsjahr sein, in dem die Digitalisierung einen großen Schritt nach vorne getan hat. Wir haben die Corona-Pandemie als Chance begriffen und den 25. Deutschen Präventionstag als Veranstaltung nicht nur ins Digitale gehievt, sondern digitalisiert. Hier haben wir erstmals sehr eng mit Bürgermedien zusammengearbeitet, namentlich mit dem MOK Kassel. Wir sind überaus dankbar, dass wir von dem umfassenden Knowhow und der Infrastruktur profitieren konnten. Für die Zukunft sind wir eine Kooperation mit dem Bundesverband Bürgermedien eingegangen und wollen auch zukünftige Deutsche Präventionstage um digitale Elemente und Formate ergänzen. Unsere Erwartungen sind vielfältig. Nur digital lassen sich nicht alle Elemente einer Präsenzveranstaltung umsetzen – und andersherum. Die Wahrheit wird wie immer dazwischen liegen, in hybriden Formaten. Es bleibt spannend.

Dr. Malte Strathmeier
Projektmanager Öffentlichkeitsarbeit/Social Media
Deutscher Präventionstag

Einblicke ins Streaming vom 25. Deutschen Präventionstag
Wir von Kultur-Rhein-Neckar arbeiten seit den 80er Jahren mit Bürgermedien zusammen. Das begann mit dem Videomagazin Metropol, später folgten kulturpolitische Gespräche. In der Pandemie konnten wir das tolle Projekt eines virtuellen Adventskalenders auf die Beine stellen – 24 Türchen mit 24 Künstler:innen-Statements. Momentan wird viel Streaming gemacht, aber ich glaube nicht, dass die Menschen nach dem Lockdown alleine auf ihrer Couch sitzen bleiben werden. Die Künstler:innen leben vom Live-Er-leben und direkten Begegnungen. Manche merken erst jetzt, welche hohe Relevanz das Publikum für ihre Kunst hat. Das gilt auch für die ökonomische Grundlage von Kunst. Streaming ist hier quasi ein zusätzlicher "Sargnagel". Man muss sich wirklich fragen: Lassen sich faire Bedingungen für Kunst-Schaffende überhaupt ohne garantierte Grundsicherung realisieren?

Eleonore Hefner
Geschäftsführerin
Kultur-Rhein-Neckar e.V.
Durch Corona haben wir erfahren, welches Potenzial im digitalen Bereich steckt. Wir konnten ausprobieren, was über diesen Weg transportiert werden kann und wo Grenzen der Technik liegen. Beim Digitalen setzen wir sehr stark auf den Vermittlungsbereich, um über diesen Weg ganz unterschiedliche Menschen zu erreichen. Mit dem OK Ludwigshafen arbeiten wir seit Jahren zusammen, während der Coronakrise hat sich diese Zusammenarbeit intensiviert. Ein Beispiel dafür sind die Übertragungen einiger Live-Konzerte, die vom OK Ludwigshafen aufgezeichnet, geschnitten und ausgestrahlt werden. Durch die Landesträgerschaft ist die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz finanziell prinzipiell abgesichert. Durch die ausbleibenden Einnahmen haben aber auch wir ein Loch in der Kasse und müssen sehen, wie wir Konsequenzen daraus für kommende Spielzeiten vermeiden können. Im Bereich der digitalen Vermittlung greifen wir durch Unterstützung des Landes gewissermaßen schon jetzt auf ein politisch reguliertes Vergütungssystem zurück.

Beat Fehlmann
Intendant
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Medienpolitik / Landesmedienanstalten
Zukunft der Bürgermedien – Impulse aus der LfM?
 
BVBM-Redaktion
Bürgermedien – so der langjährige Konsens zwischen Politik, Landesmedienanstalten und den Macherinnen und Machern - sind unmittelbar mit der Existenz eigener Sender im Hörfunk- und TV-Bereich verknüpft. Dabei ersetzt die Verbreitung eines bürgermedial produzierten Sendebeitrages über Internetkanäle keinesfalls die Bündelungs- und Plattformfunktion eines Hörfunk- oder Fernsehsenders.  Auf dieser Basis bieten sie Bürger:innen die Möglichkeit durch die Produktion eigener Beiträge am gesellschaftlichen Willensbildungsprozess teilzunehmen. Gleichzeitig bewirkt diese publizistische Tätigkeit eine umfassende mediale Qualifizierung der Beitragsproduzenten:innen. Somit sind Bürgermedien sowohl demokratische Transmissionsriemen als auch Stätten der Medienbildung und Medienpädagogik. Diese grundsätzlichen Strukturüberlegungen wird der Bundesverband Bürgermedien gemeinsam mit dem Landesverband Bürgermedien Nordrhein-Westfalen auch bei der Diskussion des kürzlich von der Landesanstalt für Medien NRW vorgelegten Positionspapieres „Zukunft der Bürgermedien“ zugrunde legen.
 
Projekte, Ideen und Sendeformate
Digitaler Präventionstag - ein voller Erfolg auch dank des OK Kassel
 
Offener Kanal Kassel
Der 25. Deutsche Präventionstag hat erstmals in seiner Geschichte ganz auf Präsenzveranstaltungen verzichtet. Dank der Kooperation mit dem Offenen Kanal Kassel und der LPR Hessen wurden sämtliche Programmelemente aus dem OK-Fernsehstudio sowie der Senderegie live gestreamt und im OK-Programm gesendet.  Den ersten, ausschließlich digitalen Kongress werten die veranstaltenden Institutionen als vollen Erfolg. Der digitale Kongress passte so auch perfekt zum Schwerpunkthema „Smart Prevention – Prävention in der digitalen Welt“...
 

"Dieser Präventionstag hat Geschichte geschrieben. Die Zusammenarbeit mit dem Team des MOK Kassel war vorbildlich", lobte DPT-Geschäftsführer Erich Marks die Kooperation. So werden zukünftige Deutsche Präventionstage deutlich mehr digitale Komponenten enthalten, für 2021 wurde bereits eine Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bürgermedien fest vereinbart.

Wegen der durchweg guten Resonanz und Rückmeldungen, die der DPT inzwischen in Form einer ausführlichen Evaluation - unter diesem Link zu finden - veröffentlicht hat, sind für den 10. und 11. Mai in Köln wieder Livestreams, Prävinare, ein abgespeckter Infopool und auch Teile des Open House geplant.

"Für uns war diese 48stündige Dauersendung im Kabel und zeitgleich auf 2 Kanälen im Netz inkl. der wochenlangen Vorbereitung eine besondere Herausforderung, die wir gemeinsam mit dem DPT-Team gemeistert haben", bilanziert OK-leiter Armin Ruda dieses Highlight im Jahr 2020.

 
Weitere Informationen
 
Erste Schritte: Die Zukunft des Buches im elektronischen Zeitalter
 
MOK Rhein Main (Sitz: Offenbach)
Streaming ist für den Standort Rhein-Main bisher Neuland. Um Erfahrungen zu sammeln, haben wir im Oktober 2020 mit dem Frankfurter Museum für Kommunikation zusammen ein öffentliches Gespräch im Rahmen der Buchmesse live gestreamt. Angeleitet wurden wir dabei von einem echten Streaming-Profi und ehemaligen Mitarbeiter des MOK Fulda.
 

Das MOK Rhein-Main und das Museum für Kommunikation Frankfurt kooperieren bereits seit knapp zwei Jahren bei der Verbreitung und Produktion von Inhalten für den Offenen Kanal (OK). So werden unter anderem Debatten zur digitalen Diskussionskultur ausgestrahlt und begleitet. Die Anfrage zum Streaming des öffentlichen Gesprächs "Die Zukunft des Buches im elektronischen Zeitalter" war Neuland.  Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung hat das MOK-Team unter Anleitung des Referenten und Medienprofis Volker Fischer wertvolle Erfahrungen sammeln können. Finanziert wurde die Qualifizierung durch das Bldungszentrum BürgerMedien.

Das öffentliche Gespräch im Frankfurter Museum fand im Rahmen der Buchmesse-Gastlandpräsentation von Kanada und der Ausstellung „#Feedback 5: Global Warning! Marshall McLuhan & the Arts“ statt. Diskutiert wurde die aktuelle Situation des Buchmarktes, die Zukunft des Buches und die neuen digitalen Formate sowohl aus Sicht der Kreativwirtschaft als aus der Literaturwissenschaft. Abgeglichen wurden die Erkenntnisse mit Aussagen Marshall McLuhans, der sich schon früh Gedanken zum Buch im elektronischen Zeitalter gemacht hat. Ein Videogrußwort kam von S.E. Stéphane Dion, dem Botschafter von Kanada in Deutschland.

Die komplette Veranstaltung wurde als Livestream via Youtube und facebook verbreitet und im Anschluss über den OK Rhein-Main ausgestrahlt.

 
Weitere Informationen
 
Corona-Gottesdienste in Fulda
 
MOK Fulda
Im ersten Corona-Lockdown litten viele ältere Menschen in Fulda darunter, dass sie nicht mehr persönlich an Gottesdiensten teilnehmen konnten. Um ihnen zu helfen bauten wir in der Michealskirche die mobile Regie des MOK auf und streamten mit dieser die Gottesdienste über den Youtube-Kanal des Bistums. Den Stream griffen wir ab und speisten ihn an den Ostertagen live, an anderen Tagen zeitversetzt, in das Fernsehprogramm des Offenen Kanals ein. Die Technik betreute einer unserer ehemaligen Mitarbeiter, der auch ein kleines Programm schrieb, das viele Arbeitsschritte automatisierte. Weil es die Arbeit so einfach machte, konnten zusätzlich auch noch die Gottesdienste der Fuldaer Stadtpfarrkirche und von St. Bartholomäus in Dietershausen in der Rhön mit in das Programm genommen werden.
Natürlich gab es auch Probleme: Die Fernseh-Internet-Fernseh-Verbindung ist anfällig für Bild-Ton-Versatz und Youtube ist zwar als Streamingplattform unschlagbar einfach und stabil, dies nutzt aber nichts, wenn das Fuldaer Internet wegen zu vieler Zugriffe zusammenbricht. Als es dem Bischof zu Ostern erst die Sprache und dann auch noch das Bild verschlug, brauchten wir einige Tage, um uns bei allen verärgerten Zuschauern zu entschuldigen. Die Kombination von Livestream und Weiterleitung über den Offenen Kanal ins Kabelnetz Fulda bleibt nichtsdestotrotz eine neue und vielversprechende technische Möglichkeit für dezentrale Fernseh-Liveübertragungen aus Fulda und der Region.
 
Weitere Informationen
 
OK-TV Ludwigshafen und Pop-Akademie Baden-Württemberg bauen Kooperation aus -Tag der Offenen Tür live im TV-Programm
 
OK-TV Ludwighafen
Am Samstag, 06. Februar 2020 öffnete die Popakademie Baden-Württemberg ab 15 Uhr virtuell ihre Türen für die Öffentlichkeit. Dozierende und Studiengangsmanager der Fachbereiche Populäre Musik sowie Musik- und Kreativwirtschaft informierten über die verschiedenen Studiengänge. Die Zuschauer:innen von OK-TV Ludwigshafen und weiteren Bürgersendern waren live dabei und konnten einen Blick hinter die Kulissen der Mannheimer Pophochschule werfen.
 

Bürgermedien waren schon immer eine Plattform für Nachwuchsmusiker:innen. "Ich freue mich, dass durch den Ausbau der Kooperation mit der Popakademie auch die OK-TV Zuschauer:innen hautnah die Entwicklung der Popmusik auf hohem Niveau mitverfolgen können, Trend ablesen und sich einen eigenen Höreindruck verschaffen können", so der Leiter von OK-TV Ludwigshafen und Vorsitzende des Bundesverbandes Bürgermedien, Dr. Wolfgang Ressmann.

 
Weitere Informationen
 
Livestreams bei OKTV Südwestpfalz mit teilweise über 18.000 Zuschauer:innen
 
OKTV Südwestpfalz
Im Rahmen der Corona-Pandemie kam seitens verantwortlicher Kommunalpolitiker:innen, mit denen wir schon seit Jahren in engem Austausch stehen, immer häufiger die Anfrage, inwieweit der OKTV Südwestpfalz Veranstaltungen wie z. B. Konzerte, sonstige kulturelle Veranstaltungen, Pressekonferenzen, Gottesdienste etc. als Live-Stream den Bürger:innen der Region im Fernsehen, aber auch in den Sozialen Medien zur Verfügung stellen könnte.
 

So haben wir unsere Anstrengungen in diesem Bereich in den letzten Monaten vertieft und haben die verschiedensten Beiträge produziert und gesendet wie z.B.

- Amtseinführung des Verbandsbürgermeisters Hauenstein (musste coronabedingt ohne Öffentlichkeit stattfinden – hier konnten wir für „Öffentlichkeit“ sorgen),
- Livestream-Umsetzung des Neujahrskonzertes der Johanneskirche Pirmasens,
- Abschiedsgottesdienst eines Pfarrers als Livestream in unserem Offenen Kanal, sowie

- alle Pressekonferenzen bezüglich der Corona-Pandemie, die im Landkreis Südwestpfalz und in den Städten Pirmasens und Zweibrücken abgehalten wurden. Diese Pk’s hatten zum Teil mehr als 18.000 Zuschauer:innen.

Der OKTV Südwestpfalz hat durch diese Beiträge für eine verstärkte Aufmerksamkeit, Akzeptanz und positive Wahrnehmung bei Zuschauer:innen, aber auch bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger:innen gesorgt.

Zu Beginn der Pandemie bestand die größte Herausforderung in der Beschaffung benötigter Hard- und Software zur Umsetzung eines Stream-Angebotes. Dank der sehr guten Unterstützung durch die Medienanstalt Rheinland-Pfalz konnte dies aber relativ schnell umgesetzt werden. Seitens der Medienanstalt wurde ein Server konfiguriert, den der Offene Kanal für Live-Streams direkt ins Studio oder aber auch als Verteiler zu sozialen Medien (Facebook, Youtube) nutzen kann.

 
Kurz&Gut Kurzfilmwettbewerb
 
Offener Kanal Merseburg-Querfurt
Unser Wettbewerb findet traditionell am Ende des Jahres als Live-Abendveranstaltung statt. Dieses Jahr aufgrund der besonderen Umstände als Hybridmodell. Unsere Moderation und Technik waren vor Ort im TV Studio, die Jury und Teilnehmenden wurden über BigBlueButton zugeschalten. Die Veranstaltung wurde live gestreamt und über das Voting-Tool Pingo hatten die Zuschauenden die Möglichkeit über den Publikumspreis abzustimmen.
 
Weitere Informationen
 
Funkhauskonzerte per Stream
 
Offener Kanal Westküste
Der Offene Kanal Westküste bietet Bands aus der Region regelmäßig die Möglichkeit, live auf der kleinsten Bühne der Westküste beim Funkhauskonzert aufzutreten. Während der Corona-Pandemie konnten die Konzerte nur noch als Live-Stream gesendet werden.
 

Platz ist in der kleinsten Hütte - unter diesem Motto finden im Sendesaal des Offenen Kanals Westküste seit zwei Jahren regelmäßig Funkhauskonzerte statt, bei denen Bands aus der Region zeigen können, was sie drauf haben. In normalen Zeiten haben bis zu 30 Personen Platz, der Musik vor Ort zu lauschen. Gleichzeitig werden die Konzerte im Radio verbreitet. Durch die Kontaktbeschränkungen war dies seit März 2020 nicht mehr möglich. Daher wurde das Format kurzfristig ins Internet verlegt; seitdem werden die Konzerte auf www.funkhauskonzert.de gestreamt. Für die Künstler:innen, die gerade wenig Auftrittsmöglichkeiten haben, eine gute Möglichkeit, ohne viel eigenen technischen Aufwand, Kontakt zu halten und auf sich aufmerksam zu machen.

 
Weitere Informationen
 
Peter Roos: Bürckel! Frau Gauleiter steht ihren Mann - OK-TV Ludwigshafen kooperiert mit dem Pfalztheater Kaiserslautern unterstützt vom Bezirksverband Pfalz
 
OK-TV Ludwighafen
„Ach wärst Du doch ‚ein kleiner pfälzischer Schulmeister‘ geblieben! Und aus uns wäre eine ganz normale kleine Nazi-Familie geworden, bescheiden, aber Beamte, abgesichert, aber deutsch, zwei Kinder, ein Auto, und in der Kirchengemeinde.“ (Peter Roos) Mit dem Theaterstück "Bürckel! Frau Gauleiter steht ihren Mann" hat der renommierte Schriftsteller Peter Roos am Pfalztheater Kaiserslautern einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte in Südwestdeutschland geleistet. Bei OK-TV Ludwigshafen entsteht derzeit in enger Kooperation mit dem Autor eine Filmfassung des Theaterstücks mit Hannelore Bähr in der Hauptrolle, die einer eigenen künstlerischen Ästhetik folgt. Die TV-Produktion erfolgt im Rahmen der Ausbildung bei OK-TV Ludwigshafen.
 

Der pfälzische Gauleiter Josef Bürckel war einer der mächtigsten Funktionäre des Nationalsozialismus.
1895 geboren, nahm Bürckel am Ersten Weltkrieg als Freiwilliger teil. 1921 trat er der NSDAP bei. Er war ab 1926 Gauleiter der „Saarpfalz“. Hitler, mit dem er immer in direktem Kontakt stand und dem er bedingungslos ergeben war, ernannte ihn zum „Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich“. 1939 und 1940 war er Gauleiter in Wien, in dieser Funktion organisierte er ab 1939 zusammen mit Adolf Eichmann die Massendeportationen der Wiener Juden.

1940 war Bürckel maßgeblich verantwortlich für die Deportation von 6.538 Juden aus Baden und der Saarpfalz ins französische Internierungslager Gurs. Von dort wurden zahlreiche Häftlinge nach Auschwitz gebracht.

1940 meldet Bürckel an Hitler als erster deutscher Gauleiter "seine" Saarpfalz als „judenfrei“.

Bürckel starb 1944 in Neustadt an der Weinstraße. Bis heute gilt er als eine schillernde Figur der NS-Führungselite, in Teilen der Pfalz blieb er lange Zeit geachtet wegen seiner legendären Jovialität, wegen der Beibehaltung seines pfälzischen Dialektes und bis heute vor allem als „Erfinder“ der Weinstraße. ( Quelle)

Der fertige Film wird nach Fertigstellung im Programm von OK-TV Ludwigshafen ausgestrahlt. 

 
Weitere Informationen
 
BigBlueButton - datenschutzkonformes Webkonferenzsystem
 
Offener Kanal Merseburg-Querfurt
Bereits im April 2020 haben wir uns einen Überblick über mögliche Tools verschafft und uns bewußt für die Open-Source BigBlueButton entschieden. Seit Mai fanden unterschiedliche Schulungen, Webformate und Austausch über BigBlueButton (BBB) statt. Aktuell ist es unsere Haupttool um unsere Aktivitäten aufrecht zu erhalten.
 

Ein kurze Auflistung soll die Bandbreite zeigen:

Teamsitzungen, Fortbildung, Live-Tagungsmitschnitte, Wettbewerbe und Austausch mit Kooperationspartner:innen finden auf diesem Weg statt, Mitgliedersakteur:innen stellen wir unsere Kapazität zur Verfügung (z.B. Jugendamt, Landesverband,...)

Zwei unterschiedliche kleine Streamingsets (Atem Mini und Mevo) ermöglichen uns und unseren Nutzer:innen sowie Kooperationspartner:innen live vor Ort zu produzieren und bei gutem Netz auch gleich zu veröffentlichen.

Unser Kurs "Filmen mit dem Handy, schneiden mit der Open Source "Olive" - fand mehrfach über BBB statt, einmal als Hybridkurs, also zusätzlich mit wenigen Teilnehmenden vor Ort im OK.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche wurde eine Livediskussion  zum Thema Kulturelle Diversität im TV Studio mit Gästen über unser BBB realisiert.

Die Demokratiekonferenz der Partnerschaften für Demokratie "Weltoffener Saalekreis" und Merseburg engagiert" wurde als dreistündige Livesendung im TV-Studio produziert, parallel fanden dazu Workshops über BBB statt, in die hineingeschalten wurde. (LINK)

BBB Mitschnitte werden bei uns über OBS realisiert, so dass Interviews & Gesprächsrunden dann auch im Nachgang Teil von Sendungen werden (z.B. Let's talk about...) oder gern auch als Podcast veröffentlicht werden.

Unsere Arbeitsgemeinschaften Trickfilmwerkstatt und Jugendredaktion interagieren und produzieren jede Woche mit Hilfe von BBB, unsere Seniorenredaktion trifft sich nun auch für ihre Redaktionstreffen über BBB.

 
Weitere Informationen
 
Tag der Medienkompetenz in Sachsen-Anhalt
 
Offener Kanal Merseburg-Querfurt
Zum Tag der Medienkompetenz in Sachsen-Anhalt (19.11.2020) haben wir das "Merseburger Verbraucherforschungsforum - Privatheit und Datenschutz bei Kindern und Jugendlichen: Status Quo und Implikationen für Familien und Verbraucherschutz" mit unterstützt. An der HS Merseburg bauten wir im Hörsaal unseren Atem Mini sowie Kameratechnik und die Verbindung zu BigBlueButton auf.
 

Projektleiterin Prof. Dr. Doreén Pick hatte einige interessante Gäste aus den Bereichen Wissenschaft, Verbraucherschutz, Kinder und Jugendschutz und der Medienpädagogik geladen, die (physisch und vorallem digital über BigBlueButon) gemeinsam mit anderen interessierten Gästen aus ganz Deutschland über das wichtige und allgegenwärtige Thema Datenschutz diskutiert haben. Da dieses Thema natürlich auch uns umtreibt, war es uns eine Freude, diese Veranstaltung gerade am Tag der Medienkompetenz personell und technisch mit einem komplizierten Setup aus Computern, Controllern und vielen Kabeln zu unterstützen. Eine tolle Veranstaltung, die in ähnlicher Form hoffentlich bald wiederholt wird und in Zukunft dann noch mehr Menschen anzieht, die erkannt haben, dass Datenschutz einfach jeden von uns betrifft und gesamtgesellschaftlich ausgehandelt werden muss. Schließlich sind Daten das neue Öl unserer Zeit, wodurch sich einige Unternehmen bereits heute schon fleißig an Spitze der Weltwirtschaft mit unseren Daten gesammelt haben. Gerade Kindern und Jugendlichen ist dies oft nicht bewusst und das obwohl sie (wie wir alle) jeden Tag eine ganze Menge Daten produzieren, die dann gesammelt und kommerziell ausgewertet werden. Wir hoffen ihr merkt - Datenschutz geht alle an!

 
Weitere Informationen
 
Sonstiges
Corona forderte Alternativen zu analogen Veranstaltungskonzepten
 
TMBZ Gera
Am 21. November 2020 fand im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera (TMBZ Gera) die 5. Film- und Fernsehwerkstatt zum Thema "Fake News in den Medien" statt. Zunächst für März als analoges Format der Qualifizierung unter dem Motto Lebenslanges Lernen und des lebendigen Austausches vor Ort geplant, musste die Veranstaltung aufgrund des Lockdowns im Frühjahr verschoben werden. Der Herbst wurde in den Blick genommen, und der Sommer genutzt, um sich mit den Modalitäten möglicher Alternativen auseinanderzusetzen.
 

Neben technischen Fragestellungen wie u.a. die Funktionalität von digitalen Plattformen spielten Interaktionsmöglichkeiten, kostenlose Verfügbarkeit, ein barrierefreier Zugang und der Datenschutz eine wichtige Rolle. Dabei sollte die Durchführung der 5. Film- und Fernsehwerkstatt in jedem Fall garantiert werden. Das Thema selbst behielt seine Relevanz, vielmehr gewann die Notwendigkeit einer kritisch reflektierten Quellenrecherche durch das Auftreten von Menschen, die Corona leugneten, an Bedeutung. Die digitale Alternative der diesjährigen Werkstatt sollte deshalb unbedingt die seminaristische Arbeit mit den Teilnehmenden beibehalten. Neben Vorträgen aus dem Multifunktionsstudio im TMBZ Gera traten am 21. November 25 angemeldete Studentinnen und Studenten der Universität Erfurt sowie Seniorinnen und Senioren aus dem gesamten Bundesgebiet in einen lebendigen Austausch mit Medienexperten von Presseagenturen, Rundfunk und Online-Medien. Von Anfang an war die digitale Werkstatt dabei so konzipiert, dass sie, aufgezeichnet und zusätzlich in den Kabelnetzen ausgestrahlt, einem größeren Zuschauerkreis Einblicke gewähren sollte.

 
Themenwoche Nachhaltigkeit
 
Offener Kanal Kassel
Die Offenen Kanäle und Bürgermedien im Bundesverband Bürgermedien beteiligen sich in diesem Jahr mit einer gemeinsamen Themenwoche an den Europäischen Aktionstagen zur Nachhaltigkeit vom 30. Mai bis zum 5. Juni. Dies beschloss der Vorstand in seiner jüngsten Sitzung...  
 

Diese Aktionstage richten sich an alle Menschen in Europa, um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu erhöhen und für ein nachhaltiges Leben zu sensibilisieren. Seit 2015 werden die Aktionstage für Nachhaltigkeit innerhalb der Europäischen Nachhaltigkeitswoche veranstaltet.

 
Weitere Informationen
 
Online-Seminar thematisierte Verschwörungstheorien und Corona
 
TMBZ Gera
Ein weiteres Modul im Ausbau der digitalen Fortbildungsangebote im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera (TMBZ Gera) sind die Entwicklung, Durchführung und Veröffentlichung angeleiteter Online-Seminare zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Teilnehmenden sollen sich dabei mit aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen, Ältere zur Nutzung digitaler Medien befähigen und sich der Einordnung von Medienbotschaften widmen. Unumstritten bedeutende aktuelle Themen sind derzeit Corona, Verschwörungstheorien, Desinformation durch eine „Lügenpresse“ und Fake News. Das TMBZ Gera leitet junge Menschen an, sich mit diesen Themen intensiv auseinanderzusetzen.
 

In einem Zeitraum von vier Wochen werden dabei gemeinsam Online-Seminare gestaltet. In der ersten recherchieren die Teilnehmenden und nutzen dafür verschiedene Quellen. In der zweiten Woche geht es um die Beschäftigung mit den technischen Plattformen, dem Aufbau und der Struktur sowie der inhaltlichen Gestaltung des Online-Seminars. Danach werden alle Materialien aufbereitet und Vorträge gestaltet. Die letzte Woche beginnt mit einem Testlauf, an dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TMBZ Gera teilnehmen und dabei noch letzte wertvolle Hinweise geben. Am Ende steht das Online-Seminar, in dem  die jungen Seminarleiterinnen und Seminarleiter einer interessierten Öffentlichkeit ihr Wissen weitergeben.

 
Unser schönstes Streaming-Erlebnis: Weltoffenes Magdeburg
 
Offener Kanal Magdeburg
Zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945 veranstaltet die „Initiative Weltoffenes Magdeburg“, in der wir natürlich mitarbeiten, seit ein paar Jahren die sog. Aktionswoche „Eine Stadt für alle“. Zum Auftakt versammeln sich Tausende Einwohner der Stadt zu einem gemeinsamen Singen von Friedenliedern auf dem Marktplatz  vorm Rathaus. Begleitet wurden sie in den vergangenen Jahren von mehr als 10 Chören sowie Liedermachern und sonstigen Solomusikern.
 

Und all dies konnte Dank unseres im Coronajahr erworbenen Streaming-Knowhows trotzdem stattfinden, nur eben virtuell. Und es war nicht nur ein schaler Ersatz für ein in den vergangenen Jahren tolles Live-Event sondern eine ganz eigene wunderschöne Veranstaltung. Neben der Musik sorgten Tausende von Kerzen, die auf dem Rathausplatz entzündet waren (und für die in diesem Jahr abwesenden Mitsänger*innen standen), für stimmungsvolle Bilder genauso wie riesige Seifenblasen, in denen sich das Kerzenlicht brach.
Insgesamt konnten allein über die social-media-Kanäle des Offenen Kanals sowie weiterer Partner mehr als 15.000 Menschen der Liveübertragung folgen- nicht mitgezählt die Zuschauer*innen  im TV, deren Zahl ja leider nicht ermittelt werden kann.
Und wer noch einmal reinschauen möchte, kann das hier tun. 

 
Weitere Informationen
 
"Visiting the past - von New York nach Essenheim"
 
BVBM-Redaktion
Bei einer Online-Abendveranstaltung vom Regionalbüro Rheinland-Pfalz/Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen sahen sich am 28. Januar über 100 Interessierte den Film "Visting the Past - von New York nach Essenheim" gemeinsam an. Der Film handelt von der in New York geborenen und aufgewachsenen Dr. Joan Salomon. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit führte sie ihr Weg nach Essenheim bei Mainz. Ihre Vorfahren betrieben hier ein Geschäft, später kamen ihre Großmutter und ihre Tante als Deportierte in einem Konzentrationslager ums Leben. Die anschließende Diskussion zum Film moderierte Dr. Wolfgang Ressmann, Vorsitzender des Bundesverbands Bürgermedien.
 

Es ist ein weiter Weg von New York nach Essenheim – und besonders dann, wenn in einem Film mit gleichnamigem Untertitel so viele Erinnerungen geweckt werden. Die Dokumentarfilmerin Barbara Trottnow begleitete die in New York aufgewachsene Dr. Joan Salomon auf den Spuren zu ihrer Vergangenheit, die sie nach Essenheim bei Mainz führten. Im Dokumentarfilm kam nicht nur Dr. Joan Salomon selbst zu Wort, sondern auch mehrere Einheimische aus Essenheim, die sich in vertraulicher Runde an Joan Salomons Eltern und deren Verwandtschaft zurückerinnerten.
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde der Druck auf Joan Salomons jüdischstämmige Familie immer größer, sodass sie ihr Geschäft in Essenheim aufgeben mussten und nach Mainz umzogen. Joan Salomons Mutter konnte nach New York fliehen, ihre Großmutter und Tante kamen in einem Konzentrationslager ums Leben.

Bei einer Online-Abendveranstaltung vom Regionalbüro Rheinland-Pfalz/Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung am 28. Januar sahen sich über 100 Interessierte den Film gemeinsam an. Die anschließende Diskussion moderierte BVBM-Vorsitzender Dr. Wolfgang Ressmann. Sehr differenziert brachten die Teilnehmer:innen in ihren Redebeiträgen zur Sprache, in wie vielen Facetten und wie subtil sich Ausgrenzungsmechanismen heute im Alltag zeigen. Bei einigen der im Film gezeigten Personen schienen die Zuschauer:innen das Bedürfnis zu haben, sich mit den damaligen schockierenden Ereignissen während der Zeit des Nationalsozialismus selbstkritisch auseinander zu setzen. Sprache ist oft der erste Schritt zu Taten. Durch bestimmte Wortwahl und Formulierungen kann in diesen Anfängen ein gefährlicher Weg zu Ausgrenzung, Hass und Fremdenfeindlichkeit bereitet werden. Angesichts aktuell besorgniserregender und zunehmender Tendenzen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit gilt es, der faschistischen Parole der Ausgrenzung die demokratische Antwort der Inklusion entgegen zu setzen, so die abschließenden Worte von Dr. Wolfgang Ressmann.

 
Virtuelles Chorprojekt stärkt Gemeinschaft während der Pandemie
 
TMBZ Gera
Ab 10. Februar wird auf der Sendeplattform des Lernsenders labor14 das virtuelle Chorprojekt der Neuapostolischen Gemeinde Erfurt in den Thüringer Kabelnetzen zu sehen sein.
Gerade werden die Aufnahmen von 25 Sängerinnen und Sängern mit den Chorliedern „Lasst uns miteinander“ von Peter van Woerden, „Singt ein Lied von Gott“ von Peter Strauch und „Der Herr ist mein Hirte“ von einem unbekannten Autor im Schnitt montiert.
 

Dabei müssen die Video- und Audiospuren gut aufeinander abgestimmt und geschnitten werden, so dass ein Musikerlebnis entsteht, das in Zeiten sozialer Distanz auch die Gemeinschaft nachhaltig stärkt.
In der Pandemie sorgen vor allem Künstler/innen und Kreative dafür, dass trotz Abstandsgebot Projekte entstehen, die Menschen Freude bereiten, sie aus ihrer Einsamkeit holen und Verbundenheit herstellen. Oft stellen die Akteur/innen eine nie da gewesene Nähe her, wenn sie aus heimischen Wohnräumen via Video- und Audiobotschaften ihre Kunst präsentieren und mit dem Publikum kommunizieren.
Janine Staub, Auszubildende im Beruf Mediengestaltung Bild und Ton im TMBZ Gera, ist überzeugt: „In Corona-Zeiten muss man kreativ werden.“ Die 19-jährige Erfurterin initiierte den virtuellen Chor nach dem Vorbild von Projekten wie #ZusammenSingenWirStärker in der Neuapostolische Kirche Erfurt. Das Projekt vereint Sänger/innen und Instrumentalist/innen, die mit einzelnen Aufnahmen von zu Hause aus gemeinsam Musik einspielen. Dazu bekamen alle eine Demoversion mit der Orgel-Begleitung und den Anweisungen der Dirigentin für alle Einsätze und das Einhalten des Taktes zugeschickt. Die Sänger/innen sangen und filmten sich dann gleichzeitig mit ihren Smartphones.

 

Mit dem Projekt „Stärkung der soziokulturellen Arbeit der Bürgermedien durch bundesweite Vernetzung und Weiterbildungsmaßnahmen“ wird unser Verband momentan durch den Fonds Soziokultur aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR gefördert.

Wir bieten am 18.08. und 29.09.2022 kostenlose Hybridworkshops zum Thema "Filmen mit dem Smartphone - leicht gemacht". Außerdem unterstützen wir Produktionen, die die Verzahnung von Bürgermedien und lokaler Soziokultur voranbringen.

Mehr zum Projekt und den Workshops